• Das Foto zeigt Hände von Mitgliedern der dbb jugend, die übereinanderliegen und Zusammenhalt symbolisieren.
    Der öffentliche Dienst, Gewerkschaften und besonders die junge Generation spielen für die Demokratieförderung eine zentrale Rolle Foto: Vanessa Wunsch

Demokratieförderung Zehn Maßnahmen, um unsere Demokratie zu stärken

Gesellschaftlicher Zusammenhalt fällt nicht vom Himmel. Die dbb jugend fordert mehr Engagement bei der Demokratieförderung – und das schnellstmöglich.

Polarisierung, Desinformation und Hass bedrohen das demokratische Zusammenleben. Deshalb steht Demokratieförderung heute mehr denn je im Mittelpunkt gesellschaftlicher Debatten. „Unsere Demokratie lebt davon, dass Menschen Verantwortung übernehmen und sich aktiv für ihre Werte einsetzen“, sagt Matthäus Fandrejewski, Vorsitzender der dbb jugend. Deshalb braucht es Menschen und stabile Strukturen, die Demokratie tragen, schützen und den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken.

Der öffentliche Dienst, Gewerkschaften und besonders die junge Generation spielen dabei eine zentrale Rolle. Sie verkörpern demokratische Werte im Alltag und gestalten die Zukunft aktiv mit. „Demokratie zeigt ihre Stärke im Streit – aber immer auf Grundlage gemeinsamer Werte wie Freiheit, Gleichheit und Menschenwürde“, betont Fandrejewski. Gerade diese Streitbarkeit, Kompromissfähigkeit und der gemeinsame Wertekatalog bilden das Fundament einer lebendigen Demokratie.

Um das Fundament auch in Zukunft zu sichern, sind aus Sicht der dbb jugend die folgenden zehn Punkte entscheidend.

1. Teilhabe und soziale Sicherheit zusammendenken

Wer keine Perspektive sieht, verliert schnell Vertrauen in demokratische Prozesse. Demokratie bleibt nur stabil, wenn sie gerechte soziale Rahmenbedingungen schafft und Menschen echte Chancen auf Teilhabe eröffnet. Gute Arbeit, faire Bezahlung und verlässliche Perspektiven stärken deshalb nicht nur den Sozialstaat, sondern auch die Demokratie.

2. Demokratieförderung dauerhaft sichern

Programme zur Stärkung der Demokratie brauchen langfristige Planung und verlässliche Finanzierung. Initiativen wie „Demokratie leben!“ dürfen nicht nur als kurzfristige Projekte laufen, sondern müssen dauerhaft wirken können.

3. Ehrenamt und Engagement stärken

Demokratie lebt von Menschen, die sich freiwillig für das Gemeinwohl einsetzen – vor allem in Deutschland. Das Ehrenamt stärkt den gesellschaftlichen Zusammenhalt und vermittelt demokratische Werte im Alltag. Politik und Arbeitgeber sollten ehrenamtliches Engagement stärker unterstützen, etwa durch Freistellungen, Anerkennung und flexible Arbeitszeitmodelle.

Demokratie zeigt ihre Stärke im Streit – aber immer auf Grundlage gemeinsamer Werte wie Freiheit, Gleichheit und Menschenwürde.

Matthäus Fandrejewski, Vorsitzender der dbb jugend

4. Jugendbeteiligung verbindlich machen

Junge Menschen müssen politische Entscheidungen mitgestalten können – denn sie sind es, die am längsten mit ihnen leben. Deshalb muss die Politik die Perspektiven der jungen Generation berücksichtigen. Jugendparlamente, Beteiligungsräte und Mitbestimmungsrechte in Verwaltung und Gewerkschaften geben den Stimmen junger Menschen dauerhaft Gewicht.

5. Demokratische Bildung ausbauen

Demokratie muss gelernt und erlebt werden – sonst funktioniert sie nicht. Schulen, Ausbildungsstätten, Hochschulen und Arbeitsplätze bieten wichtige Räume für politische Bildung und Mitbestimmung. Klassenräte, Schülervertretungen sowie Jugend- und Auszubildendenvertretungen vermitteln demokratische Erfahrungen im Alltag.

6. Digitale Zivilcourage fördern

Extremistische Narrative verbreiten sich heute besonders schnell im Netz. Programme zur digitalen Medienkompetenz helfen jungen Menschen, Desinformation zu erkennen und Hassrede zu begegnen – es ist wichtig, diese gezielt zu unterstützen, fordert die dbb jugend. Gleichzeitig brauchen Betroffene von digitaler Gewalt bessere Beratungs- und Unterstützungsangebote.

7. Den öffentlichen Dienst als Demokratiegaranten verstehen

Der öffentliche Dienst trägt Verantwortung für den Schutz der freiheitlich-demokratischen Grundordnung. Extremistische Einstellungen, demokratiefeindliche Symbole oder Diskriminierung dürfen im Staatsdienst keinen Platz haben. Schulungen, Austauschformate und Mentoring sollen Beschäftigte des öffentlichen Dienstes darin stärken, demokratische Werte aktiv zu verteidigen.

8. Europäische Kooperation und Austausch gewährleisten

Der öffentliche Dienst steht nicht nur national, sondern auch europäisch für gemeinsame Werte. Austauschprogramme für junge Beschäftigte fördern Verständnis, Zusammenarbeit und demokratische Standards über Grenzen hinweg, unterstreicht die dbb jugend. Bildungsprojekte und europäische Netzwerke stärken so das gemeinsame Fundament demokratischer Institutionen.

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9. Vertrauen durch Transparenz schaffen

Verwaltung gewinnt Vertrauen, wenn sie offen, nachvollziehbar und bürgernah kommuniziert – angesichts der Vertrauenskrise, in der sich der Staat befindet, muss hier mehr passieren, fordert die dbb jugend. Denn digitale Dialogformate und transparente Öffentlichkeitsarbeit machen staatliches Handeln verständlicher. Kampagnen können zudem zeigen, wer die Menschen sind, die hinter den Aufgaben des öffentlichen Dienstes stehen.

10. Die Rolle der Gewerkschaften stärken

Gewerkschaften schaffen Räume für Mitbestimmung und Solidarität. Sie vermitteln demokratische Werte und ermöglichen Beteiligung im Arbeitsalltag. Damit fällt ihnen bei der Demokratieförderung eine Schlüsselrolle zu. Gleichzeitig treten sie extremistischen und spaltenden Kräften entgegen – ein Anspruch, den auch die dbb jugend aktiv lebt.

Tiefer einsteigen? Die vollständige Position zum Thema Demokratie und Vielfalt findest du auf der Website der dbb jugend.

Text: dbb jugend