dbb Jahrestagung 2026 „Weniger Warten, mehr Handeln“ – zentrale Zitate im Überblick
Wie den Staat krisenfest und bürgernah aufstellen? Diese Frage stand auf der dbb Jahrestagung 2026 im Mittelpunkt.
Seit einigen Monaten ist die neue Bundesregierung im Amt. Sie hat sich ehrgeizige Ziele gesetzt: Angesichts der geopolitischen Herausforderungen will sie Investitionen in die Infrastruktur tätigen und eine umfassende Modernisierungsagenda für Staat und Verwaltung umsetzen.
Für die dbb jugend steht fest: Nur ein starker öffentlicher Dienst ist und bleibt die Grundlage für einen funktionierenden Rechtsstaat.
Auf der dbb Jahrestagung 2026 diskutierten Gäste aus Politik, Verwaltung, Wissenschaft und Gesellschaft über die Herausforderungen der Gegenwart. Nachfolgend findest du einige zentrale Zitate im Überblick.
Wir müssen das Berufsbeamtentum erhalten und nicht infrage stellen. Denn es ist eine tragende Säule unseres Staates und unserer Demokratie.
Alexander Dobrindt (CSU), Bundesinnenminister
In der Summe gehören ausreichend ausgestattete Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Beamtinnen und Beamte zu einem krisenfesten, modernen Staat.
Hendrik Wüst (CDU), NRW-Ministerpräsident
Ich möchte mit Ihnen gemeinsam daran arbeiten, ein modernes Land aufzubauen. Weniger Warten, mehr Handeln. Weniger Bürokratie, mehr Innovation. Sind wir bereit für Veränderung, dann sind wir bereit für die Zukunft.
Karsten Wildberger (CDU), Bundesminister für Digitales und Staatsmodernisierung
Wenn Unsicherheiten wachsen, dann wollen die Menschen keine Ausreden. Sie wollen sich auf den Staat verlassen können.
Volker Geyer, Bundesvorsitzender des dbb
Die Menschen, die Gesetze anwenden, müssen stärker in den Gesetzgebungsprozess einbezogen werden.
Moritz Heuberger (Grüne)
Wir versuchen Bürokratie zurückzudrängen. Wenn alle fordern, Bürokratie abzubauen, sage ich: Dann macht’s!
Gudrun Grieser, Mitglied des Normenkontrollrats
Wir dürfen nicht dauerhaft digitale und analoge Prozesse parallel haben.
André Berghegger, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebundes
Ich hatte noch nie Angst vor der Vielfalt des Menschen, sondern vor seiner Einfalt.
Michel Friedmann, Jurist, Publizist und Philosoph
In den vergangenen Jahrzehnten haben die Menschen den Katastrophenschutz wie einen nervigen Wecker wahrgenommen, bei dem man die Snooze-Taste drückt. Aber inzwischen leben wir in Zeiten, in denen wir uns das nicht mehr leisten können.
Michael Ebling (SPD), Innenminister Rheinland-Pfalz
Wir sollten mehr über die grandiose Arbeit von Hunderten Helferinnen und Helfern sprechen, statt über eine einzige Tennisstunde.
Andreas Hemsing, dbb-Vize, über den Stromausfall in Berlin.
Wir haben kein Ressourcenproblem, sondern ein Koordinationsproblem, besonders bei großflächigeren Gefahren.
Ralph Tiesler, Präsident des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK)
Wir müssen viel pragmatischer mit Notsituationen umgehen. Es müssen nicht alle alles dahaben. Die Nachbarschaft ist solidarisch, man kann sich gegenseitig helfen.
Sabine Lackner, Präsidentin der Bundesanstalt Technisches Hilfswerks
Wir haben Krisenvorbereitung schon 2015 simuliert. Durch unsere Teilnahme an Übungen haben wir wesentliche Fehler entdeckt, die sonst nicht entdeckt worden wären.
Andris Gobins, Präsident der Europäischen Bewegung Lettland und Mitglied des EWSA, über Krisenprävention in Lettland.